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DIZV - wir sind dabei (Infos von Helga Podlech)

09.04.2011 07:59 von SAGA Redaktion

Auf der Jahreshauptversammlung des Deutschen Islandpferde Zuchtverbandes im Oktober 2010 haben sich unter Leitung der neuen Vorsitzenden Helga Podlech Vorstand und Zuchtbuchausschuss vorgenommen, den Verband wieder mit Leben zu erfüllen.

Neben den vorbereitenden Arbeiten  für die Anerkennung als Zuchtverband stand während der Wintermonate vor allem die Entwicklung neuer Prüfungen auf dem Programm. Grundidee ist es, Prüfungen für Islandpferde anzubieten, die sich nah am Verwendungszweck orientieren.

Schätzungen zufolge werden 80 % der Islandpferde in Deutschlandpferd als Freizeitpferde für die ganze Familie eingesetzt. Am Markt sieht es seit Längerem so aus, dass die Nachfrage nach hochwertigen Freizeitpferden steigt und der Bedarf kaum gedeckt werden kann. Auf züchterischer Seite gibt es derzeit und gab es auch vorher keine Möglichkeit, Freizeitpferde entsprechend ihres Verwendungszweckes zu prüfen und damit eine Selektionsgrundlage für die Zucht des Freizeitpferdes zu schaffen. Die Annahme, Freizeitpferde entstünden als Abfallprodukt der Sportpferdezucht, erweist sich immer wieder als Trugschluss..

Mit seinem Veranlagungstest für Freizeitpferde will der DI(Z)V e.V. dieser Tatsache Rechnung tragen und den Züchtern Selektionskriterien an die Hand geben, die ihnen erlauben, die Pferde nach dem Verwendungszweck zu prüfen und in Folge für den Verwendungszweck zu züchten.

So kristallisierten sich auf mehreren Arbeitstreffen Merkmale, die besonders das Freizeitpferd ausmachen, heraus und auf dieser Grundlage wurde der DIV Veranlagungstest für Freizeitpferde entwickelt.

Die zweite Prüfung wurde für die Gruppe der Tölter erdacht. Auch für diese Pferde gibt es keine Prüfungsmöglichkeit, bei der mehr die Veranlagung und weniger die Ausbildung des Pferdes festgestellt wird. Die hochklassigen Sportprüfungen (T1 und T2) verlangen eine lange Ausbildung. Im DI(Z)V Veranlagungstest für Tölter soll bereits das junge, noch nicht lange ausgebildete Pferd auf seine Tölterqualitäten geprüft werden.

Die Pferde sollen in beiden Prüfungen nach möglichst kurzer Trainingszeit (ca. ab 4 bis 6 Monate Anreitphase) gezeigt werden und der Züchter soll die Pferde entweder selbst vorstellen oder einen „normalen“ Reiter damit beauftragen können. Ein umfangreicher Profiberitt ist nicht erforderlich und die Prüfungsgebühren halten sich im Rahmen. Zugelassen sind Islandpferde ab 5 Jahren  (Stuten, Hengste und Wallache).

Die Pferde werden in beiden Prüfungen jeweils zu dritt vorgestellt, zunächst im Exterieur, dann in einer Art Ausdauertölt in der Töltqualität überprüft und anschließend beim Freizeitpferd in den Grundgangarten gezeigt. Ein Fremd Reiter wird die Pferde danach kurz ausprobieren und insbesondere auf ihre Interieurqualitäten testen. Eine Art Gelassenheitsprüfung unter dem eigenen Reiter, bei der die Reaktionen, der Mut und neudeutsch die Coolness des Pferdes geprüft werden, rundet die Prüfungen ab.

Bewertet werden die Pferde in einem Punktesystem. Die maximal erreichbare Punktzahl liegt bei 100 Punkten oder anders ausgedrückt bei 100 %. Ein überdurchschnittliches Ergebnis wird ab 51 % erreicht. Alle einzelnen Merkmale werden mit Punkten zwischen 0 (nicht gezeigt) und 5 (maximale Punktzahl) bewertet. Einzelne wichtige Merkmale werden über Verdopplung entsprechend höher gewichtet.

Reiter und Ausrüstung
Reiter, die Pferde in diesen Prüfungen vorstellen, müssen ihr 14. Lebensjahr vollendet haben, Reiter, die Hengste vorstellen, ihr 16. Lebensjahr. Die Freizeitpferde werden entsprechend ihres Verwendungszweckes ohne Glocken mit 10-er und 8-er Eisen vorgestellt. Bei der Tölterprüfung ist Turnierbeschlag und Turnierzäumung erlaubt.

Nach Abschluss der Prüfung erhält der Besitzer das Prüfungsprotokoll und eine Urkunde für sein Pferd. Die Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgt zeitnah auf der Homepage des DIV.

Beide Prüfungen werden 2011 als Pilotprojekte an verschiedenen Orten in Deutschland durchgeführt. Ein bis zwei Monate vor den Prüfungen wird ein Informationsseminar angeboten. An diesem Seminar können Interessierte mit ihrem oder ohne ihr Pferd teilnehmen.

1. Termin: 16. April auf demWiesenhof

Wir versprechen uns von beiden Prüfungen, eine sehr gute Möglichkeit, Islandpferde nahe an ihrem Verwendungszweck zu beurteilen. Wir denken, dass die Ergebnisse viel über den Wert des Pferdes verraten und weniger stark durch reiterliches Können beeinflusst werden. Neben der Bedeutung, Zuchtpferde auf ihre Veranlagung hin zu prüfen, bieten die Prüfungen auch die sehr gute Möglichkeit der Wertbeurteilung von Pferden.


Zusätzliche Informationen gibt Helga Podlech:


Liebe interessierte Züchter und Pferdemenschen,

als Vorsitzende des DIV e.V. möchte ich hier einige immer wieder an mich herangetragene Fragen beantworten.

Ist der DIV eine Konkurrenz zum IPZV?
Nein, er ist ein Sondermitglied des IPZV. Er wurde 1997 auf der IPZV Jahreshauptversammlung von den Mitgliedern gemeinsam gewünscht und seine Gründung beschlossen.

Erkennt der DIV dasselbe Zuchtziel an wie der IPZV und das Mutterland Island?
Ja, das isländische Zuchtziel ist im Originaltext komplett in unserer Satzung verankert. Das heißt wir unterstützen die FIZO und stehen inhaltlich voll hinter der FIZO als internationale Prüfung.

Warum macht Ihr dann andere Prüfungen?
Diese Prüfungen sind eine Ergänzung zur FIZO. Dadurch werden, so hoffen wir, mehr Pferde geprüft und mit weniger nicht geprüften Pferden gezüchtet. Durch diese Prüfungen hat der Interessierte ein ergänzendes Beurteilungskriterium über sein Pferd. Und wir glauben auch, dass die Züchter, die ihr Pferd in unseren Prüfungen erfolgreich vorgestellt haben, Lust bekommen, für die Teilnahme an einer FIZO-Prüfung weiter zu trainieren.

Aber dann gibt es ja womöglich eine DIV-Note 8 und diese kann mit der FIZO-Note verwechselt werden?
Es wird keine verwechselbare Note geben, worauf wir großen Wert legen. Durch eine vollkommen andere Bewertungsskala, die die Bewertung in %-Zahlen (Optimum 100 %) angibt, wird es keine verwechselbare Note geben. Es ist uns sehr wichtig, dass die FIZO in der einzigartigen Internationalität ihren wohlverdienten Stellenwert behält und nicht verwässert wird.

Stimmt es, dass ihr wieder die alte IPO Prüfung einführen wollt ?
Nein, aber wir erkennen die abgelegte IPO Prüfung, sowie die abgelegte FIZO Prüfung an.

Welche Pferde sind beim DIV die Besten?
Die Pferde die selbstverständlich, mit Leichtigkeit und Ausdruck taktklar und mühelos ausdauernd tölten. Sie sind auf dem Weg gute Gaedingar zu werden.

Ist der DIV ein Zuchtverband?
Noch nicht, da die Anpassung an die neue Gesetzgebung der EU eine Änderung der Satzung erforderlich macht. Diese wird an der Jahreshauptversammlung des DIV zur Abstimmung stehen und dann beim anerkennenden Ministerium eingereicht werden, erst dann werden wir ein tierzuchtrechtlich anerkannter Zuchtverband. Der Rechtsstreit, der vor 14 Jahren bestand, dass kein neuer Zuchtverband zu den bestehenden Zuchtverbänden gegründet werden darf, ist zu Gunsten des DIV entschieden.

Darf der DIV Papiere (Abstammungsnachweise bzw. Equidenpässe) ausstellen?
Ein eingetragener und anerkannter Zuchtverband darf Papiere ausstellen und kann dies in Kooperation mit entsprechenden Verbänden oder Firmen veranlassen.

Was hat der DIV mit Körung zu tun?
1939 wurde in Deutschland Körzwang eingeführt. Der Staat wollte Einfluss haben auf die Pferdezucht, um im Kriegsfalle auf brauchbare Pferde der Bauern zurückgreifen zu können. Im Zuge der Liberalisierung und Globalisierung ist der Körzwang 1991 / 1992, EU-weit geregelt, weggefallen. Auch Hengste die nicht gekört sind dürfen seitdem nach EU-Recht Hengst bleiben und auch decken. Es wird in den verschiedenen Zuchtverbänden unterschiedlich auf den Papieren gekennzeichnet, ob das Vatertier geprüft ist oder nicht. Um aber für ein Pferd Papiere zu erhalten oder es eintragen zu lassen, ist die Mitgliedschaft in einem staatlich anerkannten Zuchtverband Voraussetzung – und zwar die Mitgliedschaft in dem Verband, der die Papiere ausstellen soll.

Was ist ein geschlossenes Zuchtbuch?
Für Islandpferde gilt ein absolutes Reinzuchtgebot. Auch nur der geringste Fremdblutanteil ist unzulässig. Deshalb ist das Zuchtbuch für das Islandpferd geschlossen. Das heißt, es können nur Pferde eingetragen werden, deren Abstammung sich lückenlos und vollständig bis ins Mutterland Island zurückverfolgen lässt. Daran müssen sich alle Zuchtverbände halten.

Warum wurde der DIV reaktiviert?
Weil er als sinnvolle Ergänzung den IPZV in seinen vielfältigen Aufgaben rund um das Islandpferd unterstützen kann. Durch die zusätzlichen Prüfungen wird z. B. dem Freizeitpferdemarkt ein Vergleichs- bzw. Bewertungskriterium an die Hand gegeben, die es Quereinsteigern leichter macht, sich auf dem Islandpferdemarkt zu orientieren. Zusätzlich bin ich mir sicher, dass mehr Züchter sich trauen, ihre Pferde selber auszubilden und vorzustellen und dadurch der erste Schritt zu mehr geprüften Zuchtpferden getan ist.

Warum möchte der DIV ein Zuchtverband sein?
Als Zuchtverband kann der DIV „auf Augenhöhe“ mit anderen Zuchtverbänden verhandeln bzw. diskutieren. Das stärkt die Position des Islandpferdes – und des IPZV, dem der DIV angeschlossen ist.

Kann ich als durchschnittlicher Freizeitreiter, der seine Pferde selber zureitet, mein Pferd selbst auf dem DIV Veranlagungstest vorstellen, oder sollte das wie bisher bei den FIZO Prüfungen üblich durch einen Profi erfolgen?
Das ist ja gerade so wichtig, dass die Züchter, die ihre Pferde selber ausbilden, sie auch selber vorstellen können und somit sich die Kosten im Rahmen halten. Durch den Fremdreitertest wird die Qualität des Pferdes nochmals überprüft und auf dem Vorbereitungstag, den wir ca acht Wochen vor der jeweiligen Prüfung anbieten wird dem Reiter gezeigt, worauf es im einzelnen ankommt.

Kürzlich hatte ich die Gelegenheit mit Thorgeir Gudlaugsson, der auf dem Wiesenhof anlässlich der Sportrichtertagung einen hervorragenden Vortrag gehalten hat zu sprechen. Er zeigte sich sehr interessiert an den neuen Prüfungen und ist der Meinung, dass es nur sinnvoll sein kann, so viel Information wie möglich über Zuchtpferde zu bekommen. Er hofft sehr, dass die Missverständnisse zwischen IPZV und DIV ausgeräumt werden.

Thorgeir fragt: warum sorgt sich der IPZV, wenn es einen überregionalen Islandpferdezuchtverband gibt, der dafür sorgt, dass mehr Pferde erfasst und geprüft werden? Alle FEIF Länder haben ihren eigenen Zuchtverband und werden nicht von unterschiedlichen Kleinpferdelandesverbänden betreut.

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